Impuls 2026-04 Ohne Gottvertrauen kein Ostern

Christiane Klaes

"Jesus spricht zu Thomas: Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Glückselig sind die, die nicht sehen und doch glauben."
(Johannes 20, 29)

Nach Jesu Auferstehung kam es zu einigen Begegnungen mit seinen JüngerInnen. Sie erkannten ihn z.T. aber nicht am Aussehen, sondern an der Stimme („Maria"), WIE er mit ihnen redete, WIE er das Brot brach ("brannte nicht unser Herz in uns? ").

Die Jünger befinden sich im Übergang.

Sie müssen lernen, dass Jesus da ist, auch wenn sie ihn nicht leibhaftig sehen. So wie es für uns ganz selbstverständlich ist, z.B. ganz zentral, zeichenhaft in der Feier des Hl. Abendmahls. Der Blinde von Jericho sieht Jesus nicht, setzt aber alle Hoffnung auf ihn. Sein "GLAUBE" hat ihm geholfen.

Immer wieder ist es beschämend, wenn wir Menschen, die wir so stark visuell fixiert sind, nur das sehen, was "vor Augen ist", obwohl das Wesentliche, das Wesen für die Augen unsichtbar bleibt.

In Zeiten von KI müssen auch wir Sehende lernen, dass wir unseren Augen allein nicht mehr trauen können. Was wir auf einem Foto sehen, muss nicht die abgebildete Wirklichkeit sein.
Alles kann manipuliert sein.

Im Nizänischen Glaubensbekenntnis heißt es daher viel treffender:
" ... der alles geschaffen hat, ... die sichtbare UND die unsichtbare Welt."

Es gibt nicht nur die eine sichtbare Wirklichkeit, sondern auch die unsichtbare Welt ist Wirklichkeit!

Nach der Auferstehung gibt es keine Rückkehr in das durch Raum, Zeit und Leib begrenzte sterbliche Leben, keine Rückkehr in die Welt der Naturgesetze und "Beweise". 
Auferstehung ist Aufnahme in die letzte Wirklichkeit, in den Lebensraum Gottes (unsichtbare Welt, Himmel). Es geht um ein Geschehen der Neuschöpfung.

Hans Küng schreibt:

" Weil es der Mensch hier mit Gott, und das heißt mit dem Unsichtbaren, Ungreifbaren, Unverfügbaren zu tun hat, ist nur eine Form des Verhaltens angemessen: gläubiges Vertrauen, vertrauender GLAUBE.
Am Glauben vorbei führt kein Weg zum Auferweckten und zum ewigen Leben."

Und so endet auch die Begegnung Jesu mit Thomas mit einer Seligpreisung.